Teilzeitfalle? Teilzeitglück, findet Barbara Vorsamer.
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Liebe Leserin, lieber Leser,
 
in diesem Video von FrauTV macht eine Mutter sehr viel Hausarbeit, während ihr Mann elegant an vollen Mülltüten und Wäschekörben vorbeiläuft. Das soll die Statistik illustrieren, dass Frauen täglich 87 Minuten mehr unbezahlte Arbeit leisten als Männer. So weit, so bekannt. Auch bei uns zu Hause stimmt diese Zahl. Das schaffe ich alleine dadurch, dass ich an drei Tagen in der Woche die Kinder nachmittags abhole. Dreimal dreieinhalb Stunden, geteilt durch sieben Tage, voilá: im Schnitt 90 Minuten mehr unbezahlte Arbeit für mich.

Das sieht bei uns aber völlig anders aus als in dem Video. Der Vater der Kinder sitzt in diesen Minuten nämlich nicht vor dem Fernseher, sondern im Büro. Natürlich ist ungerecht, dass er in dieser Zeit mehr Ruhm, Ehre und Rentenpunkte sammelt als ich. Anders ungerecht ist, dass ich in dieser Zeit Kaffee trinke, mit anderen Müttern am Spielplatz abhänge und mit meinen Kindern verbringe, was man heutzutage “quality time” nennt.

Die amerikanische Politikwissenschaftlerin Anne-Marie Slaughter schrieb 2012 den Essay “Why women still can’t have it all” (Warum Frauen immer noch nicht alles haben können). Ihre These: Frauen, die gleichzeitig eine Top-Karriere und Kinder haben, sind entweder Übermenschen, superreich oder selbständig.

Stimmt. Doch wenn ich "Top-Karriere" streiche und einfach mit Beruf ersetze, dann bin ich die Frau, die alles hat. Wenn ich auf meine Woche gucke, ist da alles drin, was mir wichtig ist. Zeit mit meinen Kindern, Zeit mit meinem Mann, Zeit in der Redaktion, Zeit für Yoga, Zeit für eine Episode meiner Lieblingsserie.

Klar, alles davon könnte mehr sein. Oft wünsche ich mir mehr Zeit zu zweit, für Freunde, fürs Nichtstun. Noch öfter bin ich unzufrieden mit dem, was ich in meiner Teilzeitstelle so schaffe. Ich würde gerne noch bei diesem Projekt mitmachen, ich möchte noch jenen Text schreiben und diese Besprechung habe ich schon wieder verpasst! Ich möchte auf ein Yoga-Retreat fahren, mehr dicke Bücher lesen und endlich die Zeit finden, mit meiner Tochter Marmelade zu kochen. Manchmal möchte ich ein drittes Kind, noch öfter sehne ich mich nach einer aufgeräumteren Wohnung und außerdem könnte ich mir mal wieder die Nägel lackieren.

Doch dass die Woche nur 168 Stunden hat und wir alle so viel mehr Ideen, Wünsche und Träume haben als hineinpassen - das ist kein Problem, das nur Eltern oder nur Frauen haben. Das ist menschlich. Wie geht es Ihnen damit? Was fehlt in Ihrer Woche? Ich freue mich auf Ihre Nachrichten und wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.


 
Ihre Barbara Vorsamer, die diese Woche den Familien-Newsletter geschrieben hat.




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Treffen Sie uns auf der Frankfurter Buchmesse

Samstag, 15.30 Uhr, Halle 3.0, C 119:
Wie bringt man Kinder zum Lesen? SZ Familie stellt sich vor
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wenn Kinder fluchen ...
 

 
 
 
 
 
 
.. beginnt Rike Drust zu sticken. Uns hat sie diese schöne Karte geschickt - danke!
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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